Was sind barrierefreie Sitzgruppen und wofür werden sie eingesetzt?
Barrierefreie Sitzgruppen sind Bank-Tisch-Kombinationen für den Außenbereich, die so konstruiert sind, dass auch Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer bequem am Tisch Platz nehmen können. Ihr zentrales Merkmal ist eine verlängerte Tischplatte, die über die Sitzbank hinausragt und einen freien Zugang schafft. So kann ein Rollstuhl direkt an den Tisch heranfahren.
Damit unterscheiden sich barrierefreie Sitzgruppen von herkömmlichen Modellen, bei denen die fest montierten Bänke auf beiden Seiten den Zugang versperren. Rollstuhlgerechte Sitzgruppen ermöglichen es, dass alle Personen gemeinsam an einem Tisch sitzen, essen, arbeiten oder sich unterhalten.
Typische Einsatzorte sind Schulhöfe, Firmengelände, öffentliche Parks, Kindergärten, Senioreneinrichtungen und Rastplätze. Überall dort, wo Menschen mit und ohne Mobilitätseinschränkung zusammenkommen, schaffen inklusive Sitzgruppen einen gemeinsamen Aufenthaltsort. Die Sitzgruppe Gerzen ist ein Beispiel für eine solche barrierefreie Lösung aus dem Sortiment der Gewerbefabrik.
Gut zu wissen: Barrierefreiheit bei Außenmöbeln betrifft nicht nur Rollstuhlfahrer. Auch Personen mit Rollatoren, Kinderwagen oder temporären Gehbehinderungen profitieren von einem offenen Zugang zum Tisch.
Welche Materialien stehen zur Auswahl?
Barrierefreie Sitzgruppen sind in zwei Materialvarianten erhältlich: Lärche mit feuerverzinktem Stahlgestell und Kunststoff (HPL) mit feuerverzinktem Stahlgestell. Beide Varianten sind für den dauerhaften Einsatz im Freien konzipiert.
Lärche mit feuerverzinktem Stahlgestell
Lärchenholz zählt zu den widerstandsfähigsten heimischen Nadelhölzern. Es erreicht die Dauerhaftigkeitsklasse 3–4 nach DIN EN 350 und eignet sich damit gut für den Außenbereich, solange direkter Erdkontakt vermieden wird. Die natürlichen Harze im Holz bieten einen gewissen Schutz gegen Witterungseinflüsse.
Im Laufe der Zeit entwickelt Lärche eine silbergraue Patina. Diese Vergrauung ist ein rein optischer Prozess und beeinträchtigt die Haltbarkeit nicht. Wer die ursprüngliche Holzfarbe erhalten möchte, kann die Oberfläche regelmäßig mit einem geeigneten Holzöl behandeln.
Die Sitzgruppe Stobl kombiniert Sitzflächen und Tischplatte aus Lärche mit einem feuerverzinkten Stahlgestell. Sie bietet Platz für sechs Personen und verfügt über die charakteristische verlängerte Tischplatte für den rollstuhlgerechten Zugang.
Das feuerverzinkte Stahlgestell verbindet Bänke und Tisch fest miteinander. Die Feuerverzinkung schützt den Stahl dauerhaft vor Korrosion und macht das Gestell langlebig.
Kunststoff (HPL) mit feuerverzinktem Stahlgestell
HPL (High Pressure Laminate) ist ein Hochdrucklaminat, das sich durch hohe Witterungsbeständigkeit, Farbstabilität und geringen Pflegeaufwand auszeichnet. Im Gegensatz zu Holz vergraut HPL nicht, splittert nicht und benötigt keine regelmäßige Oberflächenbehandlung.
Sitzgruppen aus HPL sind in mehreren Farben erhältlich. Das erweitert die gestalterischen Möglichkeiten, etwa wenn die Sitzgruppe farblich zur Umgebung oder zum Corporate Design einer Einrichtung passen soll.
Die Sitzgruppe Rostock besteht aus HPL mit Rückenlehne und verlängerter Tischplatte. Sie ist in sechs Farbvarianten verfügbar und bietet ebenfalls Platz für sechs Personen.
Einen Überblick über weitere Modelle aus Kunststoff finden Sie in der Kategorie Kunststoff Sitzgruppen. Sitzgruppen aus Holz sind in der Kategorie Holz Sitzgruppen zusammengefasst.
| Eigenschaft | Lärche | Kunststoff (HPL) |
|---|---|---|
| Witterungsbeständigkeit | Gut (Dauerhaftigkeitsklasse 3–4) | Sehr gut |
| Pflegeaufwand | Mittel (Ölen empfohlen) | Gering (Reinigung genügt) |
| Optik | Natürliche Holzoptik, vergraut mit der Zeit | Farbstabil, mehrere Farben wählbar |
| Splitterrisiko | Gering bei sachgemäßer Pflege | Kein Splitterrisiko |
| Haptik | Warm, natürlich | Glatt, neutral |
| Gestell | Stahl (feuerverzinkt) | Stahl (feuerverzinkt) |
Kurz gefasst: Lärche eignet sich besonders für naturnahe Umgebungen wie Parks und Kindergärten. HPL ist die bessere Wahl, wenn geringer Pflegeaufwand und Farbvielfalt im Vordergrund stehen.
Was macht eine Sitzgruppe rollstuhlgerecht?
Das entscheidende Konstruktionsmerkmal barrierefreier Sitzgruppen ist die verlängerte Tischplatte. An mindestens einer Seite ragt der Tisch über die Sitzbank hinaus, sodass ein Rollstuhl direkt an die Tischkante heranfahren kann. Die Person im Rollstuhl sitzt so auf gleicher Höhe wie alle anderen am Tisch.
Weitere Merkmale, die den rollstuhlgerechten Zugang unterstützen:
- Ausreichende Kniefreiheit: Der Abstand zwischen Tischunterkante und Boden muss groß genug sein, damit die Fußstützen des Rollstuhls unter den Tisch passen.
- Stabile Konstruktion: Das feuerverzinkte Stahlgestell verbindet Bänke und Tisch fest miteinander. Die Sitzgruppe verrutscht nicht, wenn sich eine Person mit dem Rollstuhl an den Tisch bewegt.
- Freie Aufstellung: Alle barrierefreien Sitzgruppen im Sortiment der Gewerbefabrik stehen frei auf dem Untergrund. Ein Einbetonieren ist nicht erforderlich. Das erleichtert die Positionierung und spätere Standortanpassungen.
Die DIN 18040-3 regelt die Anforderungen an barrierefreie Gestaltung im öffentlichen Verkehrs- und Freiraum. Sie empfiehlt für Sitzmöbel eine Sitzhöhe von 46 bis 48 cm. Die barrierefreien Sitzgruppen der Gewerbefabrik weisen Sitzhöhen zwischen 41 und 43 cm auf. Das entspricht dem üblichen Standard für Bank-Tisch-Kombinationen, bei denen die Sitzhöhe in Relation zur Tischhöhe steht.
Wichtig: Barrierefreiheit im öffentlichen Raum entsteht nicht durch ein einzelnes Möbelstück, sondern durch ein durchdachtes Gesamtkonzept. Die DIN 18040-3 empfiehlt, unterschiedlich gestaltete Sitzmöbel bereitzustellen, um den Bedürfnissen verschiedener Nutzergruppen gerecht zu werden.
Wo lassen sich barrierefreie Sitzgruppen aufstellen?
Barrierefreie Sitzgruppen eignen sich für alle Außenbereiche, in denen Menschen gemeinsam an einem Tisch sitzen möchten. Typische Aufstellorte:
- Schulhöfe für gemeinsame Pausen, Gruppenarbeiten im Freien oder als Treffpunkt
- Kindergärten und Kitas für Mahlzeiten, Bastelaktivitäten oder Elterngespräche im Außenbereich
- Firmengelände für Mitarbeiterpausen, informelle Besprechungen oder Veranstaltungen
- Öffentliche Parks und Grünanlagen als inklusive Rastmöglichkeit für alle Besucher
- Senioreneinrichtungen für den Aufenthalt im Freien mit Rollstuhlfahrern und Gehbehinderten
- Rastplätze und Wanderwege für barrierefreie Pausenmöglichkeiten
Bei der Standortwahl sollten Sie darauf achten, dass der Zugang zur Sitzgruppe ebenerdig und befestigt ist. Ein Rollstuhl benötigt einen festen, ebenen Untergrund, um an den Tisch heranfahren zu können. Geeignet sind Pflasterflächen, Asphalt, verdichteter Kies oder ebene Betonflächen.
Einen Überblick über das gesamte Sortiment an Sitzgruppen für verschiedene Einsatzbereiche finden Sie in der Kategorie Sitzgruppen.
Wie werden barrierefreie Sitzgruppen angeliefert?
Die Sitzgruppen werden als Bausatz per Spedition geliefert. Die Lieferung erfolgt als Terminlieferung, der Liefertermin wird vorab mit Ihnen abgestimmt.
Die Anlieferung erfolgt unabgeladen. Sie sind für die Bereitstellung geeigneter Entladehilfsmittel verantwortlich, etwa eines Radladers oder Gabelstaplers. Alternativ kann ein LKW mit Hebebühne bestellt werden, sodass die Spedition die Palette direkt ablädt.
Gut zu wissen: Wenn Sie mehrere Sitzgruppen oder weitere Außenmöbel benötigen, können Sie über die Gewerbefabrik ein individuelles Angebot anfordern. So erhalten Sie alle Positionen in einem Dokument und können die Lieferung gebündelt planen.
Wer übernimmt die Montage?
Barrierefreie Sitzgruppen werden als Bausatz geliefert und vor Ort zusammengebaut. Die Montage umfasst das Verschrauben von Bänken und Tisch mit dem Stahlgestell. Ein Einbetonieren oder Verdübeln im Boden ist nicht erforderlich, da die Sitzgruppen zur freien Aufstellung konzipiert sind.
Der Aufbau kann in der Regel durch den eigenen Bauhof, den Hausmeister oder ein beauftragtes GaLaBau-Unternehmen erfolgen. Spezielles Werkzeug ist nicht notwendig.
Wie pflegeleicht sind barrierefreie Sitzgruppen?
Der Pflegeaufwand hängt vom gewählten Material ab. Beide Varianten sind für den dauerhaften Außeneinsatz ausgelegt, unterscheiden sich aber in der Art der Pflege.
Pflege bei Holz (Lärche)
Lärchenholz kann grundsätzlich ohne Oberflächenbehandlung im Freien stehen. Es entwickelt dann mit der Zeit eine silbergraue Patina, die keinen Einfluss auf die Haltbarkeit hat.
Wer die natürliche Holzfarbe erhalten möchte, sollte die Oberfläche ein- bis zweimal jährlich mit einem geeigneten Holzöl oder einer Lasur behandeln. Vor dem Ölen empfiehlt sich eine Reinigung mit Wasser und einer weichen Bürste, um Schmutz und Ablagerungen zu entfernen.
Eine regelmäßige Sichtkontrolle auf Rissbildung und Absplitterungen ist sinnvoll. Kleinere Trocknungsrisse sind bei Holz im Außenbereich normal und beeinträchtigen die Stabilität nicht.
Pflege bei Kunststoff (HPL)
HPL-Oberflächen sind besonders pflegeleicht. Eine Reinigung mit Wasser und einem milden Reinigungsmittel genügt in der Regel. HPL ist resistent gegen Feuchtigkeit, UV-Strahlung und die meisten Verschmutzungen. Ein Nachstreichen oder Ölen entfällt vollständig.
Graffiti lässt sich von HPL-Oberflächen in der Regel leichter entfernen als von Holz. An vandalismusgefährdeten Standorten kann das ein relevanter Vorteil sein.
Kurz gefasst: Wer den Pflegeaufwand minimieren möchte, greift zu einer Sitzgruppe aus HPL. Wer eine natürliche Holzoptik bevorzugt und bereit ist, die Oberfläche gelegentlich zu pflegen, ist mit Lärche gut beraten.
Welche Normen gelten für barrierefreie Sitzmöbel im öffentlichen Raum?
Für Sitzmöbel im öffentlichen Raum gibt es keine einzelne, allumfassende Produktnorm. Stattdessen greifen mehrere Regelwerke, die verschiedene Aspekte abdecken:
- DIN 18040-3 regelt das barrierefreie Bauen im öffentlichen Verkehrs- und Freiraum. Sie enthält Empfehlungen für Sitzmöbel: eine Sitzhöhe von 46 bis 48 cm für Ruhebänke, Rückenlehnen und Armlehnen als empfohlene Ausstattung sowie einen maximalen Abstand von 300 Metern zwischen Sitzgelegenheiten entlang von Wegen.
- DIN 18040-1 betrifft öffentlich zugängliche Gebäude und enthält ebenfalls Vorgaben zur Sitzhöhe.
- DIN EN 581 definiert Sicherheitsanforderungen für Außenmöbel. Sie gilt jedoch ausdrücklich nicht für dauerhaft im öffentlichen Raum aufgestellte Straßenmöbel.
Für barrierefreie Sitzgruppen ist vor allem die DIN 18040-3 relevant. Sie betont, dass Barrierefreiheit nicht durch ein einzelnes Möbelstück, sondern durch ein vielfältiges Angebot unterschiedlich gestalteter Sitzmöbel erreicht wird. Dazu gehören Bänke mit und ohne Armlehnen, Sitzgruppen mit Rollstuhlzugang und Sitzmöbel in verschiedenen Höhen.
Die DIN 18040-3 fordert außerdem, dass Sitzmöbel einen ausreichenden visuellen Kontrast zur Umgebung aufweisen, damit sie für sehbehinderte Menschen erkennbar sind. Farbige HPL-Sitzgruppen können diesen Kontrast auf natürliche Weise herstellen.
Warum lohnt sich die Anschaffung barrierefreier Sitzgruppen?
Barrierefreie Sitzgruppen erfüllen gleich mehrere Anforderungen, die für öffentliche und halböffentliche Außenbereiche relevant sind:
- Inklusion: Rollstuhlfahrer nehmen gleichberechtigt am gemeinsamen Tisch Platz. Das fördert Teilhabe und Gemeinschaft.
- Gesetzliche Anforderungen: Viele Kommunen und öffentliche Träger sind verpflichtet, ihre Außenanlagen barrierefrei zu gestalten. Barrierefreie Sitzgruppen sind ein konkreter Baustein, um diese Vorgaben zu erfüllen.
- Vielseitige Nutzung: Die verlängerte Tischplatte ist nicht nur für Rollstühle praktisch. Auch Personen mit Rollatoren, Kinderwagen oder Gehhilfen profitieren vom offenen Zugang.
- Robuste Bauweise: Feuerverzinkter Stahl und witterungsbeständige Sitzflächen aus Lärche oder HPL sorgen für eine lange Lebensdauer, auch bei intensiver Nutzung.
- Einfache Aufstellung: Kein Einbetonieren, kein Fundamentbau. Die Sitzgruppen stehen frei und können bei Bedarf versetzt werden.
Einen Überblick über weitere Sitzgruppen und Bank-Tisch-Kombinationen finden Sie im Sortiment der Gewerbefabrik.