Was sind Fahrradständer und wofür werden sie eingesetzt?
Fahrradständer, auch Fahrradanlehnbügel genannt, sind fest installierte Halterungen, an denen Fahrräder sicher abgestellt und gegen Diebstahl gesichert werden können. Sie bestehen aus einem Anlehnbügel, an den das Fahrrad seitlich angelehnt und mit einem Schloss am Rahmen befestigt wird. Pro Bügel finden zwei Fahrräder Platz, jeweils eines pro Seite.
Im gewerblichen und öffentlichen Bereich erfüllen Fahrradständer mehrere Funktionen gleichzeitig: Sie schaffen geordnete Abstellmöglichkeiten, schützen Fahrräder vor dem Umfallen und bieten Befestigungspunkte für Schlösser. Radfahrer können ihre Fahrräder so bedenkenlos abstellen.
Typische Einsatzorte sind Schulhöfe, Firmengelände, Kindergärten, öffentliche Plätze, Bahnhöfe, Schwimmbäder und Wohnanlagen. Der Fahrradständer Taunus eignet sich mit seinen integrierten Rundösen für Schlosssysteme besonders gut für Standorte, an denen hochwertige Fahrräder abgestellt werden.
Gut zu wissen: Immer mehr Kommunen und Arbeitgeber investieren gezielt in Fahrradinfrastruktur. Der Nationale Radverkehrsplan 3.0 der Bundesregierung fordert unter anderem, dass Neubauten gut zugängliche Fahrradabstellmöglichkeiten bieten müssen. Fahrradständer sind dabei die Basisausstattung jeder Fahrradabstellanlage.
Aus welchem Material bestehen Fahrradständer?
Feuerverzinkter Stahl
Alle Fahrradständer im Sortiment der Gewerbefabrik bestehen aus feuerverzinktem Stahl. Bei der Feuerverzinkung wird der Stahl in ein Bad aus flüssigem Zink getaucht. Dabei entsteht eine metallurgische Verbindung zwischen Zink und Stahl, die deutlich widerstandsfähiger ist als eine einfache Lackierung oder Pulverbeschichtung.
Die Feuerverzinkung erfolgt nach DIN EN ISO 1461 und bietet zuverlässigen Schutz gegen Korrosion. Selbst bei mechanischer Beschädigung der Oberfläche, etwa durch Fahrradschlösser oder anschlagende Pedale, bildet sich kein Rost. Das Zink schützt den darunterliegenden Stahl kathodisch, also auch an beschädigten Stellen.
Korrosionsschutz und Langlebigkeit
Für den Einsatz im Außenbereich ist Korrosionsschutz entscheidend. Fahrradparker sind ganzjährig der Witterung ausgesetzt: Regen, Schnee, Streusalz im Winter und UV-Strahlung im Sommer. Feuerverzinkter Stahl hält diesen Belastungen über viele Jahre stand, ohne dass eine Nachbehandlung erforderlich ist.
Mehrere Modelle im Sortiment verfügen zusätzlich über eine Kunststoffummantelung an den Anlehnbügeln. Diese schützt den Fahrradrahmen vor Kratzern und Lackschäden beim Anlehnen.
Welche Bauformen gibt es bei Fahrradständern?
Fahrradständer lassen sich in zwei Bauformen unterteilen: einseitige und zweiseitige Modelle. Die Wahl hängt vom verfügbaren Platz und der gewünschten Stellplatzanzahl ab.
Einseitige Fahrradständer
Bei einseitigen Fahrradständern werden die Fahrräder nur von einer Seite eingestellt. Die Bügel stehen in einer Reihe, und die Räder zeigen alle in dieselbe Richtung. Diese Bauform eignet sich besonders für Standorte, an denen der Fahrradständer an einer Wand, Hecke oder Grundstücksgrenze steht.
Der Fahrradständer Barnim ist in Varianten mit 2, 4 oder 6 Stellplätzen erhältlich und lässt sich über eine Reihenverbindung beliebig erweitern. Weitere einseitige Modelle finden Sie in der Kategorie Einseitige Fahrradständer.
Zweiseitige Fahrradständer (Duo)
Zweiseitige Fahrradständer, auch Duo-Modelle genannt, ermöglichen das Einstellen von Fahrrädern auf beiden Seiten. Dadurch verdoppelt sich die Stellplatzanzahl bei nahezu gleichem Platzbedarf in der Länge. Die Stellraumtiefe ist allerdings größer, da Fahrräder von beiden Seiten herausragen.
Der Fahrradständer Havel Duo bietet Varianten mit 4, 8 oder 12 Stellplätzen und eignet sich besonders für freistehende Aufstellungen auf Schulhöfen, Parkplätzen oder Firmengeländen. Alle zweiseitigen Modelle finden Sie in der Kategorie Zweiseitige Fahrradständer.
Wichtig: Bei zweiseitigen Fahrradständern sollten die Fahrräder abwechselnd in hoher und tiefer Position eingestellt werden. So vermeiden Sie Lenkerkollisionen und können den seitlichen Abstand auf 50 cm reduzieren, statt der sonst empfohlenen 70 cm.
Wo können Fahrradständer aufgestellt werden?
Fahrradständer sind für den dauerhaften Einsatz im Außenbereich konzipiert. Dank der Feuerverzinkung trotzen sie Regen, Frost und Hitze gleichermaßen. Typische Aufstellorte:
- Schulhöfe und Kindergärten
- Firmengelände und Mitarbeiterparkplätze
- Öffentliche Plätze, Parks und Fußgängerzonen
- Bahnhöfe und ÖPNV-Haltestellen
- Wohnanlagen und Mehrfamilienhäuser
- Sport- und Freizeiteinrichtungen
Bei der Standortwahl sollten Sie darauf achten, dass der Untergrund für eine Bodenmontage geeignet ist. Beton, Pflaster und Asphalt bieten die beste Grundlage. Vor der Anlage muss ausreichend Verkehrsraum vorhanden sein, damit Fahrräder bequem ein- und ausgeparkt werden können.
Wer neben klassischen Fahrradständern auch Doppelstockparker, Schräghochparker oder Fahrradgaragen in Betracht zieht, findet eine Übersicht aller Systeme in der Kategorie Fahrradparksysteme.
Wie viel Platz benötigt ein Fahrradständer?
Der Platzbedarf hängt von der Bauform und der Aufstellvariante ab. Als Orientierung dienen folgende Richtwerte:
| Aufstellvariante | Seitlicher Abstand | Stellraumtiefe | Verkehrsraum vor der Anlage |
|---|---|---|---|
| Einseitig, nur tiefe Radeinstellung | 70 cm | ca. 185 cm | mind. 180 cm |
| Zweiseitig, abwechselnd hoch/tief | 50 cm | ca. 320 cm | mind. 180 cm |
Der Fahrradständer Steiger hat eine Breite von 120,5 cm bei zwei Stellplätzen. Über die Reihenverbindung lässt sich die Anlage schrittweise erweitern, sodass Sie die Stellplatzanzahl exakt an den Bedarf anpassen können.
Gut zu wissen: Bei Kurzzeit-Abstellplätzen mit hoher Frequenz, etwa vor Supermärkten oder an Eingängen, empfiehlt sich ausschließlich die tiefe Radeinstellung mit 70 cm Abstand. Das erleichtert das schnelle Ein- und Ausparken.
Wie werden Fahrradständer montiert?
Alle Fahrradständer im Sortiment werden per Bodenmontage befestigt. Das Montagematerial ist im Lieferumfang enthalten. Die Ständer werden auf dem vorhandenen Untergrund verschraubt, was eine sichere und dauerhafte Verankerung gewährleistet.
Das Aufdübeln auf Beton oder Pflaster hat den Vorteil, dass die Fahrradständer bei Bedarf wieder demontiert und versetzt werden können. Das ist besonders dann relevant, wenn sich die Nutzungsanforderungen am Standort ändern.
Alternativ können Fahrradständer auch einbetoniert werden. Diese Variante bietet die höchste Vandalismussicherheit, da die Ständer nicht mehr ohne Weiteres entfernt werden können. Für eine Einbetonierung ist eine entsprechende Fundamentierung erforderlich.
Hinweis: Die Gewerbefabrik bietet einen professionellen Montageservice an. Sprechen Sie uns an, wenn Sie Unterstützung bei der Installation benötigen.
Sind die Fahrradständer für E-Bikes geeignet?
Ja. Die Fahrradständer sind so konstruiert, dass sie auch schwerere Fahrräder wie E-Bikes und Pedelecs sicher aufnehmen. Die stabilen Anlehnbügel aus Stahl bieten genügend Halt, und die Rundösen ermöglichen das Anschließen des Rahmens mit einem Fahrradschloss.
E-Bikes wiegen je nach Modell zwischen 20 und 30 kg. Dieser Gewichtsunterschied zu herkömmlichen Fahrrädern stellt für die Stahlkonstruktion kein Problem dar. Der Fahrradständer Taunus Duo ist mit seiner Kunststoffummantelung am Anlehnbügel besonders gut für E-Bikes geeignet, da er den Rahmen beim Anlehnen vor Beschädigungen schützt.
Beachten Sie bei der Planung, dass E-Bikes aufgrund ihrer breiteren Reifen etwas mehr seitlichen Platz benötigen als herkömmliche Fahrräder. Ein Abstand von 70 cm zwischen den Stellplätzen ist hier empfehlenswert.
Wie werden Fahrradständer angeliefert?
Die Fahrradständer werden als verschraubter Bausatz per Spedition geliefert. Sie erhalten nach Bestelleingang eine Sendungsnummer und werden telefonisch über den Liefertermin informiert.
Die Lieferung erfolgt innerhalb Deutschlands. Für Projekte in Österreich erstellen wir Ihnen gerne ein individuelles Angebot. Nutzen Sie dafür unser Anfrageformular.
Welche Normen gelten für Fahrradständer im öffentlichen Raum?
Für stationäre Fahrradparksysteme gilt die DIN 79008, die seit Mai 2016 in Kraft ist. Sie definiert Anforderungen an drei zentrale Bereiche:
- Standsicherheit: Das abgestellte Fahrrad muss sicher stehen und darf nicht umkippen.
- Diebstahlschutz: Rahmen und mindestens ein Laufrad müssen mit einem handelsüblichen Fahrradschloss am Ständer angeschlossen werden können.
- Benutzbarkeit: Das Ein- und Ausparken muss ohne besonderen Kraftaufwand und ohne Beschädigung eigener oder benachbarter Fahrräder möglich sein.
Die Norm legt außerdem Mindestabstände fest: 70 cm bei ausschließlich tiefer Radeinstellung und 50 cm bei abwechselnd hoher und tiefer Einstellung. Vor der Anlage muss ein Verkehrsraum von mindestens 180 cm frei bleiben.
Der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) prüft Fahrradparksysteme auf Konformität mit der DIN 79008 und vergibt ein Qualitätssiegel. Kommunen und öffentliche Auftraggeber sollten in Ausschreibungen darauf achten, dass die angebotenen Systeme nach DIN 79008 geprüft sind.
Fazit: Fahrradständer sind die Grundausstattung jeder Fahrradabstellanlage. Sie bieten eine geordnete, sichere und platzsparende Lösung für Schulen, Firmen, Kommunen und alle weiteren Einrichtungen, die ihren Mitarbeitenden, Schülern oder Besuchern eine zuverlässige Abstellmöglichkeit bereitstellen möchten. Wer mehr Stellplätze auf weniger Fläche benötigt, kann die Anlage mit Doppelstockparkern oder Schräghochparkern ergänzen.