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Was ist eine Reifenschaukel und worin liegt ihr besonderer Spielwert?

Eine Reifenschaukel ist ein Spielplatzgerät, bei dem ein massiver Gummireifen als Schaukelsitz dient. Im Gegensatz zur klassischen Brettschaukel hängt der Reifen an mehreren Ketten oder Seilen. Kinder können sich dadurch nicht nur vor und zurück, sondern auch seitlich und drehend bewegen. Diese Mehrpunkt-Aufhängung macht die Reifenschaukel zu einer sogenannten Typ-2-Schaukel nach DIN EN 1176-2.

Der besondere Reiz liegt in der Vielseitigkeit der Bewegung. Kinder können allein oder zu zweit auf dem Reifen sitzen, sich liegend hineinlegen oder stehend schaukeln. Dabei trainieren sie Gleichgewicht, Koordination und Körperspannung auf spielerische Weise. Die unregelmäßigen Bewegungsmuster fordern den Körper stärker als das gleichmäßige Pendeln einer Brettschaukel.

Auf öffentlichen Spielplätzen, in Kindergärten und auf Schulhöfen gehören Reifenschaukeln zu den beliebtesten Geräten. Sie fördern das gemeinsame Spiel, da mehrere Kinder den Reifen gleichzeitig nutzen oder sich gegenseitig anschieben können. Wer das gesamte Schaukel-Sortiment überblicken möchte, findet dort auch Doppelschaukeln, Nestschaukeln und Babyschaukeln.

Gut zu wissen: Reifenschaukeln zählen nach DIN EN 1176-2 zu den Schaukeln mit mehreren Drehachsen (Typ 2). Für sie gelten besondere Anforderungen an Fallraum und Sicherheitszonen, die über die einer klassischen Brettschaukel hinausgehen.

Welche Bauformen gibt es bei Reifenschaukeln?

Reifenschaukeln für den öffentlichen Bereich unterscheiden sich vor allem in der Anzahl der Schaukelplätze und der Kombination mit anderen Sitztypen.

Einzelschaukel mit Reifensitz

Die kompakteste Variante besteht aus einem einzelnen Reifensitz an einem Schaukelgestell. Diese Bauform eignet sich besonders für kleinere Spielflächen mit begrenztem Platzangebot. Die Reifenschaukel Holly ist ein Beispiel dafür. Ihr Gestell besteht aus Lärchenholz und pulverbeschichtetem Stahl, die Gesamthöhe beträgt 235 cm. Die erforderliche Sicherheitszone liegt bei 187 × 750 cm.

Doppelschaukel mit Reifensitzen

Bei einer Doppelschaukel hängen zwei Reifensitze nebeneinander am selben Gestell. Zwei Kinder können gleichzeitig und unabhängig voneinander schaukeln. Die Doppelschaukel Ronja verfügt über ein Gestell aus Robinienholz und verzinktem Stahl. Mit einer Breite von 375 cm und einer Sicherheitszone von 315 × 750 cm benötigt sie entsprechend mehr Fläche als eine Einzelschaukel.

Kombinationsschaukeln mit Reifen- und Brettsitz

Schaukelgestelle, die einen Reifensitz mit einem klassischen Brettsitz kombinieren, ermöglichen unterschiedliche Schaukelerlebnisse auf kleinem Raum. Die Reifenschaukel Joris verbindet einen Reifensitz mit einem Brettsitz in einem Doppelschaukelgestell aus Lärchenholz. Die Sicherheitszone beträgt 317 × 750 cm.

Aus welchen Materialien bestehen Reifenschaukeln?

Tragkonstruktion

Die Gestelle der Reifenschaukeln im Sortiment bestehen aus Holz in Kombination mit Stahl. Je nach Modell kommen unterschiedliche Holzarten zum Einsatz.

Lärchenholz gehört zu den widerstandsfähigsten heimischen Nadelhölzern. Es erreicht die Dauerhaftigkeitsklasse 3–4 nach DIN EN 350 und lässt sich ohne chemische Imprägnierung im Außenbereich einsetzen, solange direkter Erdkontakt vermieden wird. Modelle wie die Reifenschaukel Holly und die Reifenschaukel Joris nutzen Lärche als Hauptmaterial für die Pfosten und Querbalken.

Robinienholz erreicht die Dauerhaftigkeitsklasse 1–2 und ist damit das dauerhafteste in Europa kultivierte Nutzholz. Es benötigt keine Imprägnierung und kann auch im Erdkontakt verbaut werden. Die Doppelschaukel Ronja setzt auf Robinie als Konstruktionsholz.

Die Stahlkomponenten der Gestelle sind entweder pulverbeschichtet oder verzinkt und bieten so dauerhaften Korrosionsschutz. Wer sich für Schaukeln aus Holz interessiert, findet in dieser Kategorie weitere Modelle mit Holzgestellen.

Wichtig: Beide Holzarten vergrauen im Laufe der Zeit zu einem natürlichen Silbergrau. Diese Patina ist rein optisch und beeinträchtigt weder die Stabilität noch die Haltbarkeit des Holzes.

Reifensitz und Aufhängung

Der Reifensitz besteht aus einem massiven Gummireifen, der speziell für den Spielplatzeinsatz gefertigt wird. Anders als herkömmliche Autoreifen sind diese Spielplatzreifen frei von Stahldrähten und scharfen Kanten. Sie verfügen über Entwässerungslöcher, damit sich kein Regenwasser im Inneren sammelt.

Die Aufhängung erfolgt über Edelstahlketten, die den Reifen an mehreren Punkten mit dem Querbalken verbinden. Edelstahl ist korrosionsbeständig und langlebig. Die Kettenglieder entsprechen den Anforderungen der DIN EN 1176-2, die ein maximales Öffnungsmaß von 8,6 mm vorschreibt, um Fingerfangstellen zu vermeiden.

Für welches Alter sind Reifenschaukeln geeignet?

Reifenschaukeln sind für Kinder ab 3 Jahren konzipiert. In diesem Alter verfügen Kinder in der Regel über ausreichend Körperspannung und Greifkraft, um sich sicher auf dem Reifen zu halten.

Für jüngere Kinder unter 3 Jahren sind Reifenschaukeln nicht geeignet. Der offene Reifensitz bietet keinen Rückhalt wie ein Babyschalensitz, und die mehrdimensionale Bewegung stellt höhere Anforderungen an Gleichgewicht und Motorik.

Nach oben gibt es keine feste Altersgrenze. Auch ältere Kinder und Jugendliche nutzen Reifenschaukeln gern, da die Bewegungsfreiheit und die Möglichkeit, den Reifen zu drehen, auch für erfahrene Schaukler reizvoll bleiben.

Gut zu wissen: Die DIN EN 1176-2 empfiehlt, Kleinkindschaukeln (mit Babysitzen) und Schaukeln für ältere Kinder räumlich voneinander zu trennen. Wenn Sie eine Reifenschaukel neben einer Babyschaukel planen, sollten die Geräte in separaten Schaukelgestellen aufgestellt werden, um unterschiedliche Schaukeldynamiken zu vermeiden.

Welche Sicherheitsanforderungen gelten für Reifenschaukeln?

DIN EN 1176-2 und Typ-2-Schaukeln

Alle Reifenschaukeln im Sortiment der Gewerbefabrik sind TÜV-geprüft nach DIN EN 1176. Die DIN EN 1176-2 regelt die spezifischen Sicherheitsanforderungen für Schaukeln. Reifenschaukeln fallen als Schaukeln mit mehreren Drehachsen unter den Typ 2 dieser Norm.

Das bedeutet unter anderem:

  • Die Bodenfreiheit unter dem Reifensitz muss in Ruhestellung mindestens 350 mm betragen.
  • Die Aufhängung muss so konstruiert sein, dass sich die Ketten beim Drehen nicht zusammendrehen können.
  • Alle Verbindungselemente müssen gegen unbefugtes Lösen gesichert sein.
  • Die Kettenglieder dürfen ein Öffnungsmaß von maximal 8,6 mm aufweisen, um Fingerfangstellen auszuschließen.

Fallschutz und Sicherheitszonen

Schaukeln zählen zu den Geräten mit erzwungener Bewegung. Ein stoßdämpfender Fallschutz ist daher immer erforderlich. Die Reifenschaukeln im Sortiment haben eine kritische Fallhöhe von 135 cm. Bei dieser Fallhöhe eignen sich als Fallschutzuntergrund:

  • Sand (gewaschen, Korngröße 0,2–2 mm), Mindestschichtdicke 300 mm
  • Holzhackschnitzel, Mindestschichtdicke 300 mm
  • Rindenmulch (Korngröße 20–80 mm), Mindestschichtdicke 300 mm
  • Kies (rund, gewaschen, 2–8 mm), Mindestschichtdicke 300 mm

Rasen ist bei Fallhöhen bis 150 cm grundsätzlich zulässig. Unter Schaukeln wird er jedoch nicht empfohlen, da der sogenannte Wegspieleffekt die Grasnarbe schnell zerstört und die Stoßdämpfung verloren geht.

Die Sicherheitszone gibt den Bereich an, der frei von Hindernissen bleiben muss. Bei der Reifenschaukel Holly beträgt sie 187 × 750 cm, bei der Doppelschaukel Ronja 315 × 750 cm. Fallräume von Reifenschaukeln dürfen sich nicht mit Fallräumen anderer Spielgeräte überschneiden.

Hinweis: Unter Schaukeln entsteht durch den Wegspieleffekt regelmäßig eine Mulde im losen Fallschutzmaterial. Diese Mulde muss im Rahmen der regelmäßigen Inspektion aufgefüllt werden, um die vorgeschriebene Mindestschichtdicke dauerhaft zu gewährleisten.

Wo können Reifenschaukeln aufgestellt werden?

Reifenschaukeln eignen sich für alle öffentlich zugänglichen Spielflächen, auf denen die DIN EN 1176 eingehalten werden muss. Typische Einsatzorte:

  • Kommunale Spielplätze in Parks und Wohngebieten
  • Außengelände von Kindergärten und Kindertagesstätten
  • Schulhöfe von Grundschulen und weiterführenden Schulen
  • Spielflächen in Wohnanlagen und Ferienparks
  • Außenbereiche von Hotels und Gaststätten

Bei der Standortwahl sollten Sie darauf achten, dass die Schaukel so positioniert wird, dass Kinder mit dem Gesicht zu anderen Spielflächen schaukeln. So behalten sie den Überblick über das Spielgeschehen. Der Schaukelbereich sollte zudem von zentralen Punkten des Geländes einsehbar sein, damit Aufsichtspersonen die Kinder im Blick haben.

Reifenschaukeln haben durch die mehrdimensionale Bewegung einen größeren Schwingbereich als Brettschaukeln. Es empfiehlt sich daher, sie an weniger frequentierten Stellen des Spielgeländes aufzustellen. So wird das Risiko minimiert, dass andere Kinder unbeabsichtigt in den Schwingbereich laufen.

Wie werden Reifenschaukeln angeliefert?

Die Reifenschaukeln werden als Bausatz per Spedition geliefert. Die Lieferung erfolgt als Terminlieferung, sodass Sie den Lieferzeitpunkt im Voraus abstimmen können. Der Versand innerhalb Deutschlands ist im Kaufpreis enthalten.

Die Geräte werden demontiert und teilweise vormontiert angeliefert. Für das Entladen benötigen Sie geeignete technische Hilfsmittel wie einen Radlader oder Gabelstapler. Alternativ übernimmt das Montageteam der Gewerbefabrik auch das Entladen, wenn Sie den Montageservice in Anspruch nehmen.

Wer übernimmt die Montage?

Die Gewerbefabrik vermittelt über ein deutschlandweites Netzwerk von Montagepartnern die fachgerechte Montage Ihrer Reifenschaukel. Das Montageteam kümmert sich um den vollständigen Aufbau einschließlich der Fundamentierung.

Vor der ersten Nutzung muss eine Erstabnahme durch einen qualifizierten Spielplatzprüfer erfolgen. Diese Abnahme bestätigt, dass das Gerät normgerecht aufgebaut wurde und alle Sicherheitsanforderungen erfüllt.

Wenn Sie ein Angebot für Ihre Reifenschaukel einschließlich Montage benötigen, können Sie über die Angebotsanfrage ein unverbindliches Angebot anfordern.

Gut zu wissen: Die Montage durch einen Fachbetrieb ist nicht nur aus Sicherheitsgründen empfehlenswert. Sie stellt auch sicher, dass die Herstellergarantie erhalten bleibt und die Dokumentation für die Verkehrssicherungspflicht von Anfang an vollständig ist.

Wie werden Reifenschaukeln gewartet und geprüft?

Wie alle Spielplatzgeräte unterliegen Reifenschaukeln dem dreistufigen Inspektionssystem nach DIN EN 1176-7. Dieses System stellt sicher, dass Mängel frühzeitig erkannt und behoben werden.

Visuelle Routine-Inspektion (wöchentlich bis täglich)

Unterwiesenes Personal prüft das Gerät auf offensichtliche Schäden, Verschmutzungen oder Fremdkörper im Fallbereich. Bei Reifenschaukeln sollte zusätzlich kontrolliert werden, ob sich Wasser im Reifen gesammelt hat und die Entwässerungslöcher frei sind.

Operative Inspektion (alle 1–3 Monate)

Sachkundiges Personal prüft den Verschleiß der Ketten, die Funktion der Aufhängung und die Stabilität der Verankerung. Besonderes Augenmerk liegt auf den Verbindungsstellen zwischen Kette und Reifen sowie auf der Füllhöhe des Fallschutzmaterials.

Jährliche Hauptinspektion

Ein qualifizierter Spielplatzprüfer nach DIN 79161 führt eine umfassende Prüfung durch. Diese kann auch das Freilegen von Fundamenten umfassen, um den Zustand der Verankerung im Boden zu beurteilen.

Bei Reifenschaukeln verdienen folgende Punkte besondere Aufmerksamkeit:

  • Ketten: Bei einem Materialabrieb von etwa einem Drittel der ursprünglichen Stärke müssen die Ketten ausgetauscht werden.
  • Reifensitz: Der Gummireifen sollte auf Risse, Versprödung und den Zustand der Entwässerungslöcher geprüft werden.
  • Bodenfreiheit: Die Mindestbodenfreiheit von 350 mm muss dauerhaft eingehalten werden. Durch Setzungen im Fallschutzmaterial kann sich dieser Abstand verändern.
  • Fallschutzmaterial: Muldenbildung unter dem Schaukelsitz auffüllen und die Mindestschichtdicke kontrollieren.

Alle Inspektionen und Wartungsarbeiten müssen dokumentiert werden. Diese Dokumentation dient als Nachweis der Verkehrssicherungspflicht und schützt den Betreiber im Schadensfall.