Was sind Fahrradparksysteme und wofür werden sie eingesetzt?
Fahrradparksysteme sind fest installierte Abstellanlagen, die Fahrrädern einen sicheren, geordneten und geschützten Stellplatz bieten. Sie kommen überall dort zum Einsatz, wo Menschen mit dem Rad ankommen und ihr Fahrrad für eine bestimmte Zeit abstellen: an Schulen, auf Firmengeländen, vor öffentlichen Gebäuden, an Bahnhöfen oder in Wohnanlagen.
Im Gegensatz zu einfachen Vorderradklemmen, die lediglich das Vorderrad fixieren, ermöglichen moderne Fahrradparksysteme das Anschließen von Rahmen und Laufrad. Das schützt vor Diebstahl und verhindert, dass Fahrräder umkippen oder beschädigt werden. Gleichzeitig sorgen sie für ein aufgeräumtes Erscheinungsbild im Außenbereich.
Für Kommunen, Schulen und Unternehmen erfüllen Fahrradparksysteme eine doppelte Funktion: Sie fördern den Radverkehr als nachhaltige Mobilitätsform und schaffen Ordnung auf Gehwegen, Schulhöfen und Parkflächen.
Welche Arten von Fahrradparksystemen gibt es?
Je nach Platzverhältnissen, Sicherheitsanforderungen und Nutzungsintensität kommen unterschiedliche Systemtypen infrage.
Fahrradständer (Anlehnbügel)
Fahrradständer in Bügelform sind die verbreitetste Lösung für Fahrradstellplätze im öffentlichen Raum. Das Fahrrad wird seitlich an den Bügel gelehnt und lässt sich mit einem Schloss am Rahmen sichern. Pro Bügel finden zwei Fahrräder Platz.
Anlehnbügel eignen sich besonders für Standorte mit kurzer bis mittlerer Verweildauer, etwa vor Geschäften, an Schulen oder auf Firmengeländen. Sie lassen sich einzeln oder in Reihe aufstellen und sind modular erweiterbar. Der Fahrradständer Taunus verfügt über eine Kunststoffummantelung am Anlehnbügel, die den Fahrradrahmen vor Kratzern schützt, und bietet integrierte Stahl-Rundösen für Schlosssysteme.
Alle Fahrradständer finden Sie in unserer Kategorie Fahrradständer.
Doppelstockparker
Doppelstockparker nutzen die vorhandene Fläche auf zwei Ebenen und verdoppeln so die Stellplatzkapazität gegenüber ebenerdigen Anlagen. Fahrräder werden auf der unteren Ebene direkt eingeschoben, auf der oberen Ebene über ausziehbare Führungsschienen eingestellt. Gasdruckfedern unterstützen das Anheben und Absenken, sodass der Kraftaufwand gering bleibt.
Diese Systeme eignen sich vor allem für Standorte mit hohem Stellplatzbedarf bei begrenzter Grundfläche, etwa an Bahnhöfen, Universitäten oder großen Firmenstandorten. Der Doppelstockparker Fichtel ist in Varianten von 2 bis 10 Stellplätzen erhältlich und für Reifenbreiten bis 55 mm ausgelegt.
Gut zu wissen: Doppelstockparker benötigen eine lichte Raumhöhe von mindestens 285 cm. Bei der Planung in überdachten Bereichen oder Gebäuden sollten Sie diesen Wert frühzeitig berücksichtigen.
Weitere Modelle finden Sie in unserer Kategorie Doppelstockparker.
Schräghochparker
Schräghochparker stellen Fahrräder auf geneigten Führungsschienen abwechselnd in hoher und tiefer Position ab. Durch diesen seitlichen Versatz werden Lenkerkollisionen vermieden, und der Platzbedarf pro Stellplatz sinkt deutlich. Der Schräghochparker Borken bietet in der einseitigen Ausführung 4 bis 6 Stellplätze und eignet sich auch für schmale Wege oder Wandflächen.
Schräghochparker sind eine gute Wahl, wenn mehr Stellplätze auf begrenzter Fläche benötigt werden, die Raumhöhe für Doppelstockparker aber nicht ausreicht.
Alle verfügbaren Modelle finden Sie in der Kategorie Schräghochparker.
Fahrradgaragen
Fahrradgaragen sind abschließbare Einzelboxen, die ein Fahrrad vollständig umschließen. Sie bieten den höchsten Schutz vor Diebstahl, Vandalismus und Witterung. Die Fahrradgarage Segeberg besteht aus feuerverzinktem Stahl, ist mit einem Einhebelgriff-Zylinderschloss ausgestattet und bietet Platz für ein Fahrrad.
Fahrradgaragen empfehlen sich besonders an Standorten mit langer Verweildauer und hohem Sicherheitsbedarf: an Bahnhöfen, in Wohnanlagen oder auf Firmengeländen, wo Mitarbeitende hochwertige E-Bikes über den gesamten Arbeitstag abstellen.
Alle Modelle finden Sie in der Kategorie Fahrradgaragen.
Aus welchem Material bestehen Fahrradparksysteme?
Fahrradparksysteme für den gewerblichen und öffentlichen Einsatz bestehen nahezu ausschließlich aus Stahl. Das Material bringt die nötige Stabilität mit, um dauerhafter Belastung und intensiver Nutzung standzuhalten.
Entscheidend für die Langlebigkeit ist der Korrosionsschutz. Die Fahrradparksysteme im Sortiment der Gewerbefabrik sind feuerverzinkt nach DIN EN ISO 1461. Bei diesem Verfahren wird der Stahl in ein Zinkbad getaucht, sodass eine gleichmäßige Schutzschicht entsteht. Diese Schicht schützt das Material zuverlässig vor Rost und Witterungseinflüssen.
Einzelne Bauteile wie Führungsschienen bei Doppelstockparkern können aus Aluminium gefertigt sein, um das Gewicht der beweglichen Teile zu reduzieren. Kunststoffummantelungen an Anlehnbügeln oder Einstellbügeln verhindern Lackschäden am Fahrradrahmen und schützen die Felgen beim Einstellen.
Wichtig: Feuerverzinkter Stahl ist wartungsarm und muss nicht nachgestrichen werden. Die Zinkschicht regeneriert sich bei kleinen Beschädigungen selbstständig durch sogenannte kathodische Fernwirkung.
Wo können Fahrradparksysteme aufgestellt werden?
Fahrradparksysteme lassen sich an nahezu jedem Standort im Außenbereich installieren. Typische Einsatzorte sind:
- Schulen und Kindergärten mit geordneten Stellplätzen für Schüler, Lehrkräfte und Eltern
- Firmengelände mit Abstellmöglichkeiten für Mitarbeitende und Besucher, oft in Kombination mit Überdachungen
- Öffentliche Gebäude und Verwaltungen wie Rathäuser, Bibliotheken oder Schwimmbäder
- Bahnhöfe und ÖPNV-Haltestellen als Bike-and-Ride-Anlagen zur Verknüpfung von Fahrrad und öffentlichem Nahverkehr
- Wohnanlagen und Mehrfamilienhäuser für sichere Abstellmöglichkeiten der Mieter
- Parks und öffentliche Plätze als Ergänzung der Infrastruktur in Fußgängerzonen und Grünanlagen
Der Untergrund sollte eben und tragfähig sein. Geeignet sind Beton, Asphalt, Pflasterflächen oder verdichteter Schotter. Die meisten Systeme werden per Bodenmontage befestigt, entweder durch Aufdübeln auf vorhandene Flächen oder durch Einbetonieren. Der Fahrradständer Havel lässt sich flexibel per Bodenmontage befestigen und ist in Varianten mit 2, 4 oder 6 Stellplätzen verfügbar.
Bei der Standortwahl sollten Sie darauf achten, dass die Anlage gut sichtbar und leicht erreichbar ist. Fahrradabstellanlagen in Sichtweite von Eingängen oder Fenstern erhöhen die soziale Kontrolle und senken das Diebstahlrisiko.
Welche Normen gelten für Fahrradabstellanlagen?
Die zentrale Norm für stationäre Fahrradparksysteme in Deutschland ist die DIN 79008. Sie ist seit Mai 2016 in Kraft und definiert Anforderungen an drei Kernbereiche:
- Standsicherheit: Das abgestellte Fahrrad muss sicher stehen und darf nicht umkippen.
- Diebstahlschutz: Rahmen und mindestens ein Laufrad müssen mit einem handelsüblichen Fahrradschloss am Parksystem angeschlossen werden können.
- Benutzbarkeit: Das Ein- und Ausparken muss ohne besonderen Kraftaufwand und ohne Beschädigung des eigenen oder benachbarter Fahrräder möglich sein.
Die Norm gilt für Fahrradständer, Doppelstockparker und Fahrradboxen. Der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) prüft Fahrradparksysteme auf Basis der DIN 79008 und vergibt ein Qualitätssiegel für geprüfte Modelle.
Gut zu wissen: Veraltete Bauformen wie reine Vorderradklemmen (sogenannte Felgenklemmer) erfüllen die Anforderungen der DIN 79008 nicht. Sie bieten keinen ausreichenden Diebstahlschutz, da der Rahmen nicht angeschlossen werden kann. Der ADFC empfiehlt Kommunen, in Ausschreibungen ausschließlich Abstellanlagen zu fordern, die nach DIN 79008 geprüft wurden.
Die DIN 79008 regelt auch Mindestabstände zwischen den Stellplätzen:
| Aufstellvariante | Mindestabstand |
|---|---|
| Nur tiefe Radeinstellung | 70 cm |
| Abwechselnd hohe und tiefe Radeinstellung | 50 cm |
| Fahrradgaragen (lichte Weite der Öffnung) | 75 cm |
Sind die Fahrradparksysteme für E-Bikes geeignet?
Alle Fahrradparksysteme im Sortiment sind für die Nutzung mit E-Bikes und Pedelecs ausgelegt. Die Führungsschienen der Fahrradständer und Schräghochparker sind für Reifenbreiten bis 55 mm konzipiert und damit auch für die breiteren Reifen vieler E-Bikes geeignet.
Bei Doppelstockparkern empfiehlt es sich, E-Bikes bevorzugt in der unteren Ebene abzustellen. E-Bikes wiegen durch Motor und Akku deutlich mehr als herkömmliche Fahrräder. Das Anheben auf die obere Ebene ist zwar dank Gasdruckfeder-Unterstützung möglich, erfordert bei schwereren Rädern aber mehr Kraft. Der Doppelstockparker Harz bietet Varianten von 2 bis 10 Stellplätzen und eignet sich durch seine robuste Stahlkonstruktion auch für den täglichen Einsatz mit E-Bikes.
Für Standorte, an denen viele E-Bikes abgestellt werden, kann eine Fahrradgarage die sinnvollere Lösung sein. Sie schützt den Akku vor Witterung und bietet durch das Zylinderschloss zusätzliche Sicherheit für das hochwertige Rad.
Wie viel Platz benötigt eine Fahrradabstellanlage?
Der Flächenbedarf hängt vom gewählten Systemtyp und der Aufstellvariante ab. Die folgende Tabelle gibt Orientierungswerte pro Stellplatz inklusive Verkehrsraum:
| Systemtyp | Flächenbedarf pro Stellplatz |
|---|---|
| Einseitige Fahrradständer (nur tiefe Einstellung, 70 cm Abstand) | ca. 1,75 m² |
| Doppelseitige Fahrradständer (hoch/tief, 50 cm Abstand) | ca. 1,25 m² |
| Doppelstockparker (mehrere Reihen) | ca. 0,70 m² |
Vor der Anlage ist ein Verkehrsraum von mindestens 180 cm Breite einzuplanen, damit Fahrräder bequem ein- und ausgeparkt werden können.
Doppelseitige Systeme wie der Fahrradständer Steiger Duo nutzen die Fläche besonders effizient, da Fahrräder von beiden Seiten eingestellt werden. In der Variante mit 12 Stellplätzen bietet er eine hohe Kapazität auf kompakter Grundfläche.
Planungshinweis: Wer auf begrenzter Fläche möglichst viele Stellplätze schaffen möchte, greift zu Doppelstockparkern oder doppelseitigen Fahrradständern. Wo ausreichend Platz vorhanden ist, bieten einseitige Anlehnbügel den höchsten Bedienkomfort.
Wie werden Fahrradparksysteme angeliefert?
Die Lieferung erfolgt per Spedition direkt an den gewünschten Aufstellort in Deutschland. Fahrradständer und Schräghochparker werden als vormontierte Bausätze geliefert, die vor Ort verschraubt werden. Doppelstockparker und Fahrradgaragen werden ebenfalls als Bausatz angeliefert.
Vor der Lieferung werden Sie telefonisch über den Liefertermin informiert. Nach Bestelleingang erhalten Sie eine Sendungsnummer zur Nachverfolgung.
Wer übernimmt die Montage?
Alle Fahrradparksysteme werden per Bodenmontage befestigt. Das Befestigungsmaterial ist im Lieferumfang enthalten. Die Montage kann durch einen eigenen Hausmeister oder Bauhof erfolgen, da die Systeme als verschraubte Bausätze konzipiert sind.
Alternativ bietet die Gewerbefabrik einen professionellen Montageservice an. Das Montageteam übernimmt den vollständigen Aufbau vor Ort, von der Positionierung bis zur Verankerung im Boden. Das ist besonders bei größeren Anlagen mit vielen Stellplätzen oder bei Doppelstockparkern sinnvoll, die eine präzise Ausrichtung erfordern.
Die Fahrradgarage Schellenberg wird als Bausatz geliefert und lässt sich mit dem mitgelieferten Montagematerial sicher am Boden verankern.
Für ein individuelles Angebot, das Lieferung und Montage umfasst, können Sie über das Angebotsformular eine unverbindliche Anfrage stellen.