Was ist ein Holzklettergerüst?
Ein Holzklettergerüst ist ein fest aufgestelltes Spielgerät für draußen, dessen Tragwerk aus Holz besteht. Kinder klettern, hangeln, balancieren und kriechen daran. Für Kitas, Schulen und öffentliche Spielplätze muss es die Normenreihe DIN EN 1176 erfüllen.
Die Bandbreite ist groß. Sie reicht von niedrigen Tunneln und Wackelbrücken für die Krippe bis zu Kletteranlagen mit mehreren Ebenen, Netzen und Rutschen. Das Klettergerüst Lucia aus Robinie ist ab 1 Jahr freigegeben und hat nur 33 cm Fallhöhe. Holz fügt sich gut in Grünflächen und naturnahe Spielplätze ein.
Welches Holz eignet sich für ein Klettergerüst?
Für Klettergerüste im öffentlichen Einsatz bewähren sich Robinie, Lärche und Eiche. Alle drei Hölzer kommen im Sortiment vor. Die meisten Modelle sind aus Lärche gebaut, ein großer Teil aus Robinie, einige wenige aus Eiche.
Robinie
Robinie ist das einzige in Europa angebaute Holz in den Dauerhaftigkeitsklassen 1 bis 2. Das Kernholz ist sehr hart und kommt ohne Imprägnierung aus. Weil die Stämme krumm wachsen, sieht jedes Gerät etwas anders aus.
Lärche
Lärche ist ein harzreiches Nadelholz mit rötlichbraunem Kern. Sie liegt in den Dauerhaftigkeitsklassen 3 bis 4. Ohne Erdkontakt ist sie auch naturbelassen gut haltbar. Den Boden sollte Lärche deshalb nicht berühren.
Eiche
Eiche zählt zur Dauerhaftigkeitsklasse 2 und ist sehr abriebfest. Sie eignet sich deshalb gut für stark beanspruchte Teile wie Sprossen und Aufstiege. Das Klettergerüst Simen kombiniert Eiche mit Edelstahl und hat ein Podest auf 120 cm Höhe.
Wie lange hält ein Klettergerüst aus Holz?
Das hängt vor allem von der Holzart ab und davon, ob das Holz im Boden steckt. Die Fachliteratur nennt diese Richtwerte:
| Holzart | Dauerhaftigkeitsklasse | ohne Erdkontakt | mit Erdkontakt |
|---|---|---|---|
| Robinie | 1 bis 2 | über 50 Jahre | 30 bis 50 Jahre |
| Eiche | 2 | 20 bis 40 Jahre | 15 bis 25 Jahre |
| Lärche | 3 bis 4 | 10 bis 20 Jahre | 3 bis 8 Jahre ohne Schutz |
Die Dauerhaftigkeitsklasse nach DIN EN 350 beschreibt, wie gut ein Holz von Natur aus Pilzen und Fäulnis widersteht. Sie gilt nur für das Kernholz. Das hellere Splintholz am Rand ist bei allen Arten nicht dauerhaft. Bei Robinie wird es für Spielgeräte entfernt. Pflege, Standort und konstruktiver Holzschutz verlängern die Lebensdauer deutlich.
Darf das Holz direkt im Boden stehen?
Nur wenn das Holz dafür geeignet ist. Die DIN EN 1176 verlangt für Holz mit Erdkontakt die Dauerhaftigkeitsklasse 1 oder 2. Sonst muss das Holz dauerhaft geschützt sein oder auf Pfostenschuhen stehen.
- Robinie: darf ohne Imprägnierung direkt in den Boden. Bei Robiniengeräten ist es üblich, verlängerte Pfosten direkt im Boden einzugraben.
- Eiche: ist im Erdkontakt weniger verlässlich als Robinie. Für tragende Pfosten im Boden wird ein Zusatzschutz empfohlen.
- Lärche: sollte den Boden nicht berühren. Pfostenschuhe oder Bodenanker aus verzinktem Stahl heben das Holz an.
Hinzu kommt der konstruktive Holzschutz. Wasser muss ablaufen können, Staunässe ist zu vermeiden. Das gilt für jede Holzart und ist der wichtigste Faktor für eine lange Nutzung.
Warum wird Holz im Freien grau?
UV-Licht und Regen bauen die Farbstoffe an der Oberfläche ab. Robinie, Lärche und Eiche bekommen dadurch mit der Zeit eine silbergraue Patina. Das ist rein optisch und schwächt das Holz nicht.
Bei Robinie bleibt die Oberfläche auch nach dem Vergrauen samtig. Wer den Holzton länger erhalten möchte, verzögert die Vergrauung mit einem Pflegeöl. Das Öl muss dann regelmäßig erneuert werden, meist ein- bis zweimal im Jahr.
Sind Risse an einem Klettergerüst ein Mangel?
Nein. Feine Risse entstehen, wenn Holz trocknet und wieder Feuchtigkeit aufnimmt. Bei Robinie sind sie eine natürliche Eigenschaft und beeinträchtigen die Statik nicht.
Lärche kann im Freien ebenfalls reißen, an der Oberfläche können sich dünne Schichten der Jahresringe lösen. Entscheidend ist die Oberfläche: Die Norm verlangt glattes und splitterarmes Holz. Fällt bei der Kontrolle ein Splitter oder eine raue Stelle auf, wird sie abgeschliffen. Über größere Risse an tragenden Teilen entscheidet der Prüfer bei der Inspektion.
Gut zu wissen: Naturbelassene, geschliffene Robinie hat eine samtige Oberfläche. Bei splintfreiem und sauber geschliffenem Holz ist das Splitterrisiko gering.
Wie pflegt man ein Klettergerüst aus Holz?
Ein Klettergerüst aus Holz braucht wenig Pflege. Robinie kommt ganz ohne Behandlung aus, Lärche hält mit einem Öl oder einer Lasur länger.
- Laub, Sand und Schmutz von Podesten und Stufen entfernen, damit kein Wasser stehen bleibt.
- Raue Stellen und Splitter abschleifen.
- Bei Bedarf ein Pflegeöl oder eine Lasur auftragen.
- Schrauben und Verbindungen nachziehen, wenn die Inspektion das verlangt.
Öle, Lasuren und Farben an Spielgeräten müssen nach DIN EN 71-3 geprüft sein. Diese Norm regelt, welche Stoffe aus einer Oberfläche austreten dürfen, wenn Kinder sie anfassen oder in den Mund nehmen.
Klettergerüst aus Holz oder Stahl: Was passt besser?
Holz passt besser zu naturnahen Spielplätzen und Grünanlagen. Stahl ist farbig erhältlich und sehr wartungsarm. Beide Materialien erfüllen dieselbe Norm.
| Merkmal | Holz | Stahl |
|---|---|---|
| Optik | natürlich, vergraut | farbig oder metallisch |
| Pflege | Sichtkontrolle, gelegentlich Öl | Sichtkontrolle auf Roststellen |
| Schutz vor Witterung | Holzart und konstruktiver Holzschutz | Feuerverzinkung oder Pulverbeschichtung |
Viele Holzmodelle verbinden beides: Holzpfosten mit Rutschen, Griffen oder Verbindern aus Edelstahl. Bei Robinie und Eiche gehören Schrauben und Beschläge aus Edelstahl dazu. Die Gerbsäure im Holz reagiert mit Eisen und bildet schwarzblaue Flecken. Geräte mit Stahlgestell finden Sie unter Stahl Klettergerüste.
Welche Bauformen gibt es bei Holzklettergerüsten?
Die Bauformen reichen von einzelnen Kletterelementen bis zu großen Anlagen mit vielen Stationen. Typisch sind:
- Kletternetze: Seilnetze zwischen Holzpfosten, zum Beispiel das Kletternetz Bragi aus Robinie mit 205 cm Fallhöhe.
- Wackel- und Hängebrücken: bewegliche Stege, die das Gleichgewicht schulen.
- Kletterwände und Kletterrampen: schräge oder senkrechte Flächen mit Griffen.
- Tunnel: niedrige Kriechelemente, oft schon für Krippenkinder.
- Kombinationen mit Rutsche: Podeste mit Aufstieg und Rutsche.
Weitere Netzgeräte zeigt die Seite Holz Kletternetze. Kombinationen mit Rutsche finden Sie unter Klettergerüste mit Rutsche.
Ab welchem Alter eignen sich Klettergerüste aus Holz?
Die meisten Holzklettergerüste im Sortiment sind ab 3 Jahren freigegeben. Die Spanne reicht von ab 1 Jahr bis ab 9 Jahren.
Für die Krippe gibt es niedrige Tunnel, Brücken und Podeste mit U3-Freigabe. Für Geräte, die Kinder unter 3 Jahren nutzen können, verlangt die Norm schon ab 60 cm Fallhöhe eine Brüstung. Größere Kinder brauchen mehr Herausforderung. Das Klettergerüst Augis aus Robinie ist ab 6 Jahren freigegeben und misst 1192 × 1119 cm. Die Kletteranlage mit der höchsten Altersangabe ist erst ab 9 Jahren freigegeben und passt damit vor allem auf Schulhöfe.
Wie hoch klettern Kinder auf den Geräten?
Die freie Fallhöhe der Holzmodelle reicht laut Produktdaten von 18 cm bei einem Spieltunnel bis 300 cm. Viele Modelle liegen bei 2 m und darüber. Die Norm erlaubt höchstens 3 m.
Die Fallhöhe bestimmt, welcher Boden unter das Gerät gehört. Für alle Holzklettergerüste im Sortiment nennen die Produktdaten Sand, Holzhackschnitzel, Kies oder Fallschutzmatten. Bei losem Material gelten diese Schichtdicken:
- bis 2 m Fallhöhe: 30 cm Sand, Kies oder Hackschnitzel
- über 2 m bis 3 m Fallhöhe: 40 cm
In beiden Werten stecken 10 cm Zuschlag, weil spielende Kinder das Material zur Seite schieben. Das Klettergerüst Oskar aus Lärche und Edelstahl hat ein Podest auf 150 cm und eine Fallhöhe von 235 cm. Es braucht also die dickere Schicht.
Wie viel Platz braucht eine Kletteranlage aus Holz?
Im Sortiment reicht die Sicherheitszone von rund 14 m² bei einem kompakten Gerät bis über 500 m² bei der größten Anlage. Die genauen Maße stehen auf jeder Produktseite.
Die Sicherheitszone ist die freie Fläche um das Gerät, in der keine Bäume, Bänke oder anderen Geräte stehen dürfen. Ein Teil davon ist der Fallraum. Bis 1,5 m Fallhöhe reicht er mindestens 1,5 m über das Gerät hinaus. Darüber wächst er mit: Bei 3 m Fallhöhe sind es 2,5 m. Holzgeräte haben oft ausladende Netze und Brücken, deshalb ist die Zone häufig deutlich größer als das Gerät selbst. Das Klettergerüst Augis braucht zum Beispiel eine Fläche von 1568 × 1529 cm.
Wie wird ein Klettergerüst aus Holz verankert?
Die Pfosten werden einbetoniert, in Bodenanker gesetzt oder auf Pfostenschuhen montiert. Welche Art zum Gerät gehört, zeigt der Fundamentplan.
Bei Lärche verhindern Bodenanker und Pfostenschuhe aus verzinktem Stahl, dass das Holz den Boden berührt. Robinienpfosten dürfen direkt im Erdreich oder im Beton stehen. Fundamente dürfen keine Stolperfalle sein. Bei lockerem Boden liegen Fundamentköpfe mindestens 20 cm unter der Spielfläche oder sind wirksam abgedeckt.
Unser Tipp: Ist der Untergrund schwierig, fragen Sie den Fundamentplan schon vor der Bestellung an. Das gilt etwa bei Hanglage, Leitungen im Boden oder einer bestehenden Pflasterfläche.
Was prüft man an einem Klettergerät aus Holz?
Am Holz achten die Prüfer vor allem auf Fäulnis, Risse, Splitter und Verformung. Dazu kommen Verbindungen, Netze und der Fallschutz.
Die DIN EN 1176-7 sieht eine häufige Sichtkontrolle, eine operative Inspektion alle 1 bis 3 Monate und eine jährliche Hauptinspektion vor. Die Hauptinspektion übernimmt ein Spielplatzprüfer nach DIN 79161. Bei Holzgeräten kann es dafür nötig sein, einzelne Teile freizulegen. Netze und Seile prüft er auf Scheuerstellen, Schrauben auf festen Sitz. Alle Prüfungen werden schriftlich festgehalten.
Wie laufen Lieferung und Aufbau ab?
Holzklettergerüste kommen per Spedition als Terminlieferung, als Bausatz mit Aufbauanleitung. Der Versand innerhalb Deutschlands ist kostenlos, den Termin stimmen wir vorher mit Ihnen ab.
Die Lieferung erfolgt unabgeladen. Die meisten Teile lassen sich mit 2 bis 3 Erwachsenen von Hand abladen, ein Stapler macht es leichter. Bei Klettertürmen und großen Anlagen ist ein LKW mit Hebebühne nicht möglich, weil lange Pfosten und Balken über die Palette ragen. Den Aufbau übernimmt auf Wunsch ein Montagepartner aus unserem Netzwerk in ganz Deutschland, mit eigenem Angebot. Er setzt auch Fundamente und bringt den Fallschutz ein. Vor der ersten Nutzung nimmt ein Spielplatzprüfer das Gerät ab, diese Abnahme organisiert der Betreiber selbst.
Zum Vergleichen im Team eignet sich unser Katalog für Spielgeräte. Wer Kletterelemente mit Spielhaus und Rutsche sucht, findet sie unter Holz Spieltürme.
Wo kann man Holzklettergerüste kaufen?
Holzklettergerüste kaufen Sie im Gewerbefabrik Online Shop. Sie bestellen direkt online oder fordern über Angebot erhalten ein kostenloses und unverbindliches Angebot an, auf Wunsch einzeln je Produkt für Förderanträge. Bei der Wahl von Holzart, Größe und Alter berät Sie unser Kundendienst persönlich.